Hauswasserwerk oder Hauswasserautomat
Hauswasserwerke und Hauswasserautomaten sind vom Einsatz und der Technik völlig unterschiedlich.
Beim Hauswasserwerk wird Wasser in einem Druckbehalter gespeichert. Die Schaltung der Pumpe erfolgt über einen Druckschalter.
Die Pumpe baut einen Druck im Behälter auf und schaltet bei Erreichen eines Abschaltdruckes ab. Sinkt der Druck im Behälter, schaltet die Pumpe bei Erreichen des Einschaltdruckes wieder ein.
Durch Einschaltdruck und Abschaltdruck ergibt sich im ganzen Leitungssystem eine Druckschwankung.
Bei Hauswasserautomaten schaltet die Pumpe beim Öffnen einer Entnahmestelle ein und liefert sofort den vollen Pumpendruck. Wird die Entnahmestelle geschlossen, stellt die Pumpensteuerung einen Gegendruck fest, läuft die Pumpe noch einen Moment nach und schaltet dann ab.
Diese Nachlaufzeit ist bei sehr geringen Wasserentnahmen, wie bei Toilettenspülungen oder auch bei Leckagen, wichtig. Die Pumpe baut sehr schnell einen Druck im Leitungssystem auf, der durch wie kleine Entnahmemenge nur langsam sinkt. Die Steuerung würde den aufgebauten Druck als Schließen eines Verbrauchers interpretieren und die Pumpe gleich wieder abschalten. Der Druck sinkt und die Pumpe schaltet gleich wieder ein. Durch diese Takten würde die Pumpe auf Dauer geschädigt. Die Nachlaufzeit verhindert ein Takten.
Wann welche Technik verwenden?
Grundsätzlich gilt: wenn nicht genug Wasser zur Verfügung steht, werden Hauswasserwerke verwendet, wird ein konstanter Druck benötigt, sind Hauswasserautomaten die bessere Wahl.
Wollen Sie einen Garten z.B. aus einer Zisterne oder einem Brunnen bewässern, macht ein Hauswasserwerk keinen Sinn. Wasser steht zur Verfügung und es sollte ständig der volle Druck zur Verfügung stehen.
Sie können entweder eine Gartenpumpe oder einen Hauswasserautomaten verwenden. Eine Gartenpumpe muss von Hand geschaltet werden, ein Hauswasserautomat schaltet bei Entnahme.
Wenn Sie Waschmaschine und/oder Toiletten aus einem Brunnen versorgen wollen, ist ein Hauswasserwerk mit einem kleinen Druckbehälter sinvoll. Die Entnahmemenge ist gering und die Pumpe sollte wegen der Geräusche und wegen des Stromverbrauches nicht bei jeder Entnahme einschalten. Wird ein Hauswasserwerk verwendet, schaltet z.B. bei einem Druckbehälter mit 24 Liter Inhalt die Pumpe nur bei ca. jeder 3. Toilettenspülung ein.
Betreiben Sie die Pumpe an der kommunalen Wasserversorgung und wollen den Druck erhöhen, sollten Sie ein Hauswasserwerk verwenden. Es sollte soviel Wasser gespeichert werden, dass etwa 1/3 aller Verbraucher gleichzeitig versorgt werden können.
Ob eine Badewanne in 3 oder 5 Minuten vollläuft ist nicht so wichtig, stehen Sie aber unter der Dusche und der Wasserdruck sinkt plötzlich erheblich ab, so ist dies sehr unangenehm.
Die Auslegung der Wasserversorgung muss im einzelnen geplant und berechnet werden.
Folgende Faktoren sind wichtig:
- woher wird das Wasser bezogen?
- aus welcher Tiefe wird Wasser angesaugt?
- wie hoch muss Wasser gefördert werden?
- wie viele Verbraucher werden gleichzeitig betrieben?
- liegen bereits Leitungen und welche Längen und Durchmesser haben diese?
Die Pumpen von Hauswasserautomaten, Hauswasserwerken, und Gartenpumpen sind gleich. Den Unterschied machen die Optionen rund um die Pumpe.

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