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Wechselstrommotor – Anschlüsse identifizieren

von Peter Kahlhorn
Klemmbrett Wechselstrommotor

Die Wicklung von einem Wechselstrommotor

Ein Wechselstrommotor hat eine Arbeitswicklung und eine Hilfswicklung. Die Hilfswicklung ist parallel zur Arbeitswicklung geschaltet und der Betriebskondensator mit der Hilfswicklung in Reihe.
Durch den Kondensator wird zwischen Arbeitswicklung und Hilfswicklung eine Phasenverschiebung und damit ein versetztes Magnetfeld erzeugt, durch das der Motor erst anlaufen kann.

 

Wie stellt man fest, welcher Draht zu welcher Wicklung gehört?

Aus der Motorwicklung kommen 3 oder 4 Drähte (Litzen, Wicklungsausführungen). Wie identifiziert man nun die Anschlüsse der Wicklungen, wenn nur 3 oder 4 Litzen aus der Motorwicklung ausgeführt sein? Mit der Prinzipskizze soll es deutlich gemacht werden, wie man die Wicklungen mit einem Ohmmeter identifizieren kann.

Erläuterung zur Skizze

  • U1-U2 Klemmbrettbezeichnungen der Arbeitswicklung
  • Z1-Z2 Klemmbrettbezeichnungen der Hilfswicklung
  • A, B und C sind Messpunkte.
  • CB ist der Betriebskondensator

Prinzip Wechselstrommotor

In der Regel ist die Hilfswicklung mit dünneren Drähten gewickelt und hat eine höhere Windungszahl als die Arbeitswicklung. Sie ist deshalb hochohmiger als die Arbeitswicklung.
Der Punkt C ist oft im Motor zusammengeschaltet. Bei solchen Wicklungen kommen nur 3 Litzen aus der Wicklung.

Bei der Messung B-C (Arbeitswicklung) ergibt sich ein niedrigerer Widerstand als bei der Messung A-C (Hilfswicklung). Der Widerstand von A-B ist die Summe der Widerstände aus Arbeits- und Hilfswicklung.

 

So geht ein Rätsel in der Praxis

Bei diesem Motor ist Durchmessen angesagt, wenn man keine Anschlussbeschreibung hat. Die Klemmenbezeichnungen sind hier nämlich U1, U2, V1 und W2 und nicht wie üblich U1-U2, Z1-Z2. Wo sind also Arbeits- und Hilfswicklung?

Klemmbrett an einem Wechselstrommotor

Bei dem Motor kommen 3 Drähte, schwarz, grün und rot aus der Motorwicklung. Es sind also Arbeits- und Hilfswicklung im Motor zusammen geschlossen (siehe Anmerkung zu Messpunkt C).
Rot und grün gehen beide zum Kondensator. Beide können also Arbeits- oder Hilfswicklung sein.
Zwischen U2 und V1 sitzt ein Thermofühler. Die eine Zuleitung vom Netz (L1) wird also an V1 angeschlossen, damit der Motor bei Überhitzung abgeschaltet wird.

Entsprechend der oberen Skizze ist die schwarze Litze (Klemme U2) der Messpunkt C. Ich würde jetzt zwischen Schwarz-Grün und Schwarz-Rot den Widerstand messen. Der niedrigere Widerstand zeigt mir die Arbeitswicklung an.
Hat z.B. Schwarz-Grün den kleineren Widerstand, ist das die Arbeitswicklung. An W2 ist dann den Kondensator mit der Hilfswicklung zusammen geklemmt (Messpunkt A). An der grünen Litze ist Messpunkt B.

Der Anschluss der Netzleitung würde dann an den Klemmen U1 und V1 erfolgen.

 

Besser einen Fachmann dran lassen

Es gibt Wechselstrommotoren, bei denen Hilfs- und Arbeitswicklung gleich gewickelt sind. Sollten Sie sich nicht sicher sein, überlassen Sie den Anschluss des Motors bitte einem Elektromaschinenbaubetrieb.

 

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