Motorschutz über Thermokontakte bei Kreissägenmotoren – eine Geschmacksache

 

Ich habe hier mal Kreissägenmotoren als Beispiel genommen, weil man die durch Herunterquälen der Sägeblattdrehzahl schön leicht überlasten kann. Für andere Maschinen gilt das natürlich auch.

Es gibt grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten einen Motor zu schützen.
Entweder mit einem Thermokontakt, der in die Motorwicklung “eingewickelt” ist oder mit einem Motorschutzschalter.

Wenn’s ihr zu heiß wird, geht die Säge aus
s06Thermokontakte lösen aus (öffnen), wenn eine bestimmte Wicklungstemperatur erreicht ist, der Motor also heiß gelaufen ist. Gängige Motoren haben z.B. die Iso.-Klasse B mit 130°C oder F mit 155° C max. Wicklungstemperatur. Über diesen Temperaturen bekommt die Isolation und damit die Motorwicklung einen Schaden.
Siehe auch https://www.elektro-kahlhorn.de/isolierstoffklassen:_:300.html

Ich habe schon Billig-Kreissägenmotoren gesehen, bei denen der Thermokontakt einfach durch die Öffnung der Kabelausführung eingefädelt war und keine thermische Verbindung zur Motorwicklung hatte. Da wird nicht die Wicklungstemperatur gemessen, sondern die Lufttemperatur im Motor. Sowas ist Unsinn.

Öffnet ein Thermokontakt, wird in der Regel über eine Steuerleitung die Unterspannungsauslösung im Kreisägenschalter ausgelöst und die Kreissäge lässt sich danach nicht mehr einschalten.

Thermokontakte bieten zwar einen gewissen Schutz, ich stehe dieser Lösung aber skeptisch gegenüber. Im Motor ist die Temperatur nicht an jeder Stelle gleich. Befindet sich ein Thermokontakt ausgerechnet an einer kühleren Stelle, können andere Wicklungsbereiche oder das Blechpaket die max. Temperatur bereits überschritten haben.

… und bevor der Motor nicht wieder kalt ist, geht nichts mehr
Fatal ist, dass sich der Motor nicht mehr einschalten lässt und somit über den Lüfter keine Eigenkühlung mehr bekommt. Der Motor kann sich nur durch Abstrahlung abkühlen und das kann dauern. Im Motor kann die Kerntermperatur sogar noch steigen, je nachdem wo der Thermokontakt gerade sitzt.

Wenn der Motor schon überhitzt war, sollte man die Temperatur möglichst schnell wieder runterbekommen und das geht am besten, wenn man den den Motor einige Zeit im Leerlauf laufen lässt. Damit bekommt er durch sein Lüfterrad eine Kühlung.

Lieber mit Hirn arbeiten, statt die Maschine zu quälen
Die beste Art einen Kreissägenmotor zu schützen, ist ein scharfes Sägeblatt und ein vernüftiger Umgang mit der Maschine. Wenn die Drehzahl es Sägeblattes stark runtergeht, ist der Motor überlastet.
Es geht nunmal nicht schneller, wenn man 10 Stück Brennholz mit Gewalt durch das Sägeblatt presst und beim 11. Stück eine Stunde warten muss, bis der Motor wieder kalt geworden ist.

 

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