Ich bekomme immer wieder Anfragen nach stärken Pumpen für Gartenbewässerungen. Nachgefragt liegen dann 50 m oder 100 m 1/2″-Gartenschlauch im Garten an dessen Ende nur noch ein Rinnsal kommt.
In jedem Baumarkt finden sich die günstigen und platzsparenden Schlauchwagen mit 1/2″-Schläuchen. Davon nehmen wir mal gleich 3, weil der Garten so groß ist.
Das Problem: es kann hinten nichts mehr ankommen, weil die Reibung im Schlauch zu groß ist. Man rechnet für einen Sprengerbetrieb mit einem Wasserbedarf von ca. 1 m³/h bei einem Druck von ca. 1 bar.
Mit steigendem Durchfluss steigen auch die Strömungsverluste. Die größte Reibung entsteht an der Schlauchwandung. Die Reibung nimmt zu Schlauchmitte ab. Durch die Reibung entstehen Druckverluste.
Bei einem 1/2″-Schlauch hat die Reibung, die an der Wandung entsteht, Einfluss bis zur Mitte des Schlauchquerschnittes. Es gibt keine reibungslose Strömung.
Beispiel in Zahlen für einen 1/2″-Schlauch:
Bei 1 m³/h und einer Schlauchlänge von 50 m beträgt der Druckverlust etwa 2,3 bar.
Bei einem 3/4″-Schlauch und gleicher Wassermenge und Schlauchlänge beträgt der Druckverlust nur 0,3 bar.
Diese Rechnung gilt für ideale Schläuche ohne Biegung, ohne Kupplungen.
Pro 10 m Förderhöhe entsteht ein Druckverlust von einem bar. Im Beispiel müsste eine Pumpe also die Leistung für eine Förderhöhe von 23 m aufbringen, nur um die Verluste zu bedienen, die durch einen zu kleinen Schlauchdurchmesser entstehen.
Schlimm wird es, wenn auf der Länge des Schlauches meherer Regner verteilt sind, die jeweils auch einen Druckverlust produzieren.
Auch wenn die Baumarkt-Schläuche günstig sind und wenig Platz wegnehmen, so sind sie bei Längen über 10 m technischer Unsinn. Letzendlich ist hier teuer gespart, weil wegen des unterdimensionerten Schlauches eine Pumpe mit höherer Leistung und damit höherem Stromverbrauch eingesetzt werden muss.
Schläuche mit großer Länge sollte man übrigens nicht einfach nur gerade von der Pumpe weg verlegen, sondern als Ringleitung, die an der Pumpe in einem T-Stück zusammen geführt ist. Auch bei größerem Wasserbedarf und mehreren Sprengern bekommt jeder Verbraucher von 2 Seiten Wasser. Im Prinzip kommt das einer Verdoppelung des Schlauchquerschnittes gleich.


